Ein spezielles nass in vielen Farben

Tinte ist ein schwarzes Nass und wird aus Galläpfeln, Vitriol und Gummi, darüber Wein oder Braunbier, entweder allein oder mit Essig vermischt, gegossen, und zuweilen etwas Salz hinzugetan wird, damit sie nicht schimmeln", so definiert ein Lexikon des vorigen Jahrhunderts den Saft, in den man die Federn tauchte. Gummi, Braunbier, Wein, auch Ruß, Salz oder Schlehenabsud sind heute kein Thema mehr bei der Tintenherstellung.

Nur Galläpfel spielen noch eine gewisse Rolle, ansonsten regieren auch hier die künstlichen Farbstoffe. Das für Sie als Benutzer eines Füllfederhalters in Frage kommende Angebot konzentriert sich auf zwei Arten von Tinte. Da sind zunächst die Farbstofftinten. Sie sind dünnflüssig und rein, sofort schreibbereit und trocknen relativ schnell auf dem Papier. Die Farbpalette ist groß, sie reicht von Schwarz und Königsblau über Brillant- und Floridablau bis zu Rot, Grün, Violett und zu ausgefalleneren Farbtönen.

Auch die meisten Tintenpatronen sind in diesen Farbtönen verfügbar. Königsblaue Farbstofftinte lässt sich sogar mit einem speziellen Stift löschen. Wenn Sie aber für die Ewigkeit schreiben möchten, dann sind Farbstofftinten nicht das Geeignete für Sie, denn die meisten liefern keine wasserfeste Schrift und können nach einigen Jahren verblassen. Deshalb sollten Urkunden mit Eisengallustinte geschrieben werden, die u. a. aus den Galläpfeln der Eiche hergestellt wird.

Diese Tinte ist lichtecht, wasserfest und alterungsbeständig. Sie fließt blau aus der Feder und dunkelt mit der Zeit auf dem Papier nach. Grundsätzlich sollten Sie beim Kauf von Tinte für Ihren Füllfederhalter darauf achten, dass sie als geeignet für diesen Anwendungszweck gekennzeichnet ist. Tusche, Wäschetinte, Weiß-, Gold- und Silbertinte dürfen nicht verwendet werden, dann ihre Farbpigmente verstopfen das Tintenleitsystem. Ebenfalls tabu für Füllhalter sind Tinten, die Lösungsmittel enthalten, denn sie greifen die Kunststoffteile an.